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8. Juli 2024· 5 Minuten Lesezeit

Was passiert bei einer Lungenfunktionsprüfung?

Complete pulmonary function test with doctor

Eine Lungenfunktionsprüfung (PFT) ist eine nicht invasive Untersuchung, bei der gemessen wird, wie gut die Lunge arbeitet. Bei der PFT kann eine einfache Spirometrie zur Messung des Luftstroms durchgeführt werden oder eine umfassendere Untersuchung, bei der zusätzlich die Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität der Lunge (DLCO) – also der pulmonale Gasaustausch – gemessen wird.*

Warum sind Lungenfunktionsprüfungen wichtig?

Lungenfunktionsprüfungen sind ein unverzichtbares Instrument zur Diagnose und Überwachung von Lungenerkrankungen. Mit Hilfe von PFTs lassen sich die Ausgangswerte bestimmen, die Schwere der Erkrankung einschätzen und das Ansprechen auf Medikamente oder Behandlungen bei einer Lungenerkrankung beurteilen.

Welche Arten von Lungenfunktionsprüfungen gibt es?

Welche Art von PFT bei einem Patienten durchgeführt wird, hängt davon ab, welche Symptome dieser hat, ob er im beruflichen oder privaten Umfeld bestimmten Schadstoffen ausgesetzt ist und welcher Zweck mit der Diagnose bzw. Überwachung der Lungenerkrankung verfolgt wird. Darüber hinaus hilft die PFT bei der Beurteilung, ob bei einem Risikopatienten ein operativer Eingriff in Frage kommt.*

Spirometrie
Die Spirometrie ist die grundlegendste Untersuchung, bei der der Luftstrom in und aus der Lunge gemessen wird. Sie ermöglicht es, zwischen obstruktiven und restriktiven Lungenerkrankungen zu unterscheiden, die Schwere der Erkrankung zu beurteilen und das Ansprechen auf die Therapie zu messen. Spirometrische Messungen liefern folgende Kennzahlen:
 

  • Forcierte Vitalkapazität (FVC) – Dies ist das Gesamtvolumen der Luft, die nach einer maximalen Inhalation während einer maximal forcierten Exspiration ausgeatmet wird.
  • Forciertes Exspirationsvolumen in einer Sekunde (FEV1) – Dies ist das Gesamtvolumen der Luft, die nach einer maximalen Inhalation innerhalb einer Sekunde forciert ausgeatmet wird.
  • FEV1/FVC-Verhältnis (FEV1%) – Dieses beschreibt den Zusammenhang zwischen den beiden Werten, also FVC und FEV1, und gibt den Prozentsatz des FVC an, der in einer Sekunde ausgeatmet werden kann.
  • Exspiratorischer Spitzenfluss (PEF) – Dies ist die maximale Geschwindigkeit des Luftstroms während einer maximal forcierten Exspiration.

FEV1 und FVC sind wichtige Messwerte für die Unterscheidung zwischen obstruktiven und restriktiven Lungenerkrankungen. Ein normaler FEV1-Wert bedeutet, dass eine irreversible obstruktive Lungenerkrankung unwahrscheinlich ist. Ein normaler FVC-Wert spricht gegen eine restriktive Erkrankung.

 

DLCO
DLCO ist eine andere, umfassendere Lungenfunktionsprüfung. Sie misst den Gastransfer von den Alveolen durch die Alveolar-Kapillarmembran in den Blutkreislauf. Die Untersuchung ist ein wertvolles Instrument zur Überwachung und Diagnose von Lungenerkrankungen oder zur Einschätzung, wie gut ein Patient eine Operation verkraften würde.

Erkrankungen, die zu einer Verringerung der DLCO führen, betreffen in erster Linie das pulmonale Gefässsystem, wie es z. B. bei einer primären pulmonalen Hypertonie und einer Lungenembolie der Fall ist. Auch eine Lungenfibrose und ein Emphysem – beides Erkrankungen, die die Lungenfunktion insgesamt beeinträchtigen – sowie eine Herzinsuffizienz können die DLCO verringern.*

Was passiert bei einer Spirometrie?

Eine Spirometrie dauert in der Regel nur 10 bis 15 Minuten.

Die Untersuchung ist normalerweise für den Patienten schmerzlos, für das medizinische Fachpersonal einfach durchzuführen und kann direkt in der Arztpraxis erfolgen.

Für hochwertige Untersuchungsergebnisse ist die richtige Positionierung des Patienten entscheidend.

  • Der Patient sollte aufrecht sitzen, die Füsse flach auf dem Boden und die Beine nicht überkreuzt.
  • Eng anliegende Kleidung sollte gelockert werden.
  • Zahnersatz muss unbedingt richtig sitzen. Sollte der Zahnersatz locker sein, muss der Patient ihn herausnehmen.
  • Der Patient sollte eine Nasenklammer tragen.

Die medizinische Fachkraft weist den Patienten an, seine Lippen dicht um das Mundstück zu schliessen, tief einzuatmen und so kräftig wie möglich in das Röhrchen zu pusten. Um die Genauigkeit zu gewährleisten, sollte der Vorgang dreimal wiederholt werden.

Je nach Symptomen verabreicht der Arzt in der Regel einen Bronchodilatator, um die Atemwege zu erweitern. Anschliessend lässt er den Patienten den Test wiederholen, um zu sehen, ob das Medikament die Lungenfunktion verbessert.

Was passiert bei einem DLCO-Test?

Die Untersuchung der DLCO verlängert die Dauer einer Spirometrie um etwa fünf Minuten auf insgesamt 20 bis 30 Minuten. Jeder DLCO-Test dauert etwa 1 Minute, mit einer Wartezeit von 4 Minuten zwischen den einzelnen Durchgängen. Für die Untersuchung sind mindestens zwei Testdurchgänge erforderlich.

In der Vergangenheit waren für DLCO-Tests spezielle Geräte und komplexe Apparaturen erforderlich, weshalb sie in Lungenfunktionslaboren durchgeführt werden mussten. Dank moderner PFT-Geräte wie dem EasyOne Pro/LAB ist das Testverfahren heute auch in Hausarztpraxen problemlos durchführbar, wodurch DLCO-Tests für Patienten nun leichter zugänglich sind. 

Die medizinische Fachkraft fordert den Patienten auf, normal zu atmen. Nach einigen Atemzügen bittet sie den Patienten, vollständig auszuatmen und anschliessend vollständig einzuatmen. Sie weist den Patienten dann an, den Atem 10 Sekunden lang anzuhalten und schliesslich wieder auszuatmen. Damit ist ein vollständiges DLCO-Manöver abgeschlossen. Der Messwert gibt Auskunft über die Menge an Kohlenmonoxid, die aus der eingeatmeten Luft in den Blutkreislauf diffundiert ist. Dieser Test sollte zweimal wiederholt werden, um die DLCO exakt zu bestimmen.*

Welche Faktoren beeinflussen die Dauer einer PFT?

Eine vollständige Lungenfunktionsprüfung – mit Spirometrie und DLCO – sollte nicht länger als 30 bis 45 Minuten dauern. Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Patient
    Entscheidend für eine aussagekräftige PFT-Messung ist die Mitarbeit des Patienten und seine Fähigkeit, den Test durchzuführen. Um zuverlässige und reproduzierbare Messergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, je nach Patient die Techniken anzupassen und verschiedene Ansätze zu nutzen. Die richtige Unterstützung und Rückmeldung durch die Person, die den Test durchführt, sind für gute Ergebnisse unerlässlich.*
  • Coaching
    Die richtige Technik und Anstrengung sind Voraussetzung für zuverlässige Ergebnisse. Damit der Patient den Test erfolgreich durchführen kann, braucht es ein effektives Coaching. Dieses trägt auch zu kürzeren Testzeit bei. Bevor der Patient mit dem Test beginnt, sollte der Arzt das Prozedere erklären und dem Patienten die einzelnen Schritte vorführen. Ohne eine angemessene Vorbereitung des Patienten dauert es oftmals länger, bis brauchbare und reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden.
  • Gesundheitszustand
    Der Gesundheitszustand des Patienten kann Einfluss auf den zeitlichen Ablauf der Spirometrie und des DLCO-Tests haben. So kann beispielsweise eine kürzlich durchgeführte Operation dazu führen, dass ein Patient bei Atemmanövern Schmerzen verspürt. Sollte der Patient vor dem Test eine grosse Mahlzeit zu sich genommen haben, könnte dies Übelkeit verursachen. Und enge Kleidung kann die Bewegung des Brustkorbs beeinträchtigen. Faktoren wie diese verzögern unter Umständen die Ermittlung genauer Testergebnisse.
  • Geräte
    Geräte, die zwischen den einzelnen Patienten oder Tests kalibriert und aufwendig gereinigt werden müssen, können den Ablauf der Lungenfunktionsprüfung erheblich verzögern. Die Verwendung von benutzerfreundlichen, wartungsarmen Geräten, die keine Kalibrierung erfordern, vereinfacht das Prüfverfahren deutlich.

Fazit

Hohe Präzision und leichte Bedienung sind wichtige Faktoren bei Lungenfunktionsprüfungen. Mit der richtigen Ausrüstung können sich die Ärzte auf das Coaching der Patienten konzentrieren, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, während die Patienten in den Genuss einer schnellen und mühelosen Spirometrie und DLCO-Untersuchung kommen.

Die richtige Lungenfunktionsprüfung hilft Ärzten, früher Diagnosen zu stellen, schneller mit der Behandlung zu beginnen und bessere Ergebnisse für die Patienten zu erzielen.

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Haftungsausschluss: Die im obigen Artikel angegebenen Testzeiten basieren auf unseren Erfahrungen mit den EasyOne Spirometrie- und PFT-Produkten.

Allison DeMajistre, BSN, RN, CCRN
Allison DeMajistre, BSN, RN, CCRN

Allison DeMajistre ist freiberufliche Medizinjournalistin mit zehnjähriger Erfahrung als Krankenschwester für Intensivpflege. Sie schreibt über diverse Gesundheitsthemen, wie Kardiologie und Pulmonologie. Allison DeMajistre ist bestrebt, komplexe medizinische Informationen für Patientinnen und Patienten vereinfacht und verständlich zu präsentieren sowie aufschluss- und lehrreiche Artikel für medizinische Fachkräfte zu schreiben.

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