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COPD im Wandel der Jahreszeiten: Wie Sie Ihre Lunge das ganze Jahr über schützen

Mit COPD zu leben bedeutet, zu lernen, sich anzupassen – und das nicht nur von Tag zu Tag, sondern auch von Jahreszeit zu Jahreszeit. Veränderungen bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -qualität sowie saisonale Allergene können die Atmung und die Symptome von COPD beeinflussen. In diesem Blog gehen wir der Frage nach, wie sich jahreszeitliche Veränderungen auf Menschen mit COPD auswirken, und geben praktische Tipps, um diese Herausforderungen möglichst gut zu bewältigen. Mit dem richtigen Wissen und sorgfältiger Planung können Menschen mit COPD jede Jahreszeit geniessen.

COPD im Frühling: Pollen, Wetterumschwünge und Temperaturschwankungen

Zusammen mit der Natur erwachen auch die Allergien. Der Frühling bringt Pollen, Schimmelsporen und plötzliche Temperaturschwankungen mit sich, wodurch bei Menschen mit COPD verstärkt Probleme mit der Atmung auftreten können. Ein Umstand, der es etwas komplizierter macht, Aktivitäten im Freien wie Spazierengehen, Gartenarbeit, geselliges Beisammensein oder einfach nur das Erledigen von Besorgungen wieder aufzunehmen, da es mehr zu beachten gibt.

Zum einen wären da Pollen: Baum- und Gräserpollen treten im Frühjahr wieder verstärkt auf, wobei Gräserpollen in wärmeren Klimazonen fast ganzjährig anzutreffen sind.1 Wechselnde Wetterverhältnisse, z. B. bei Gewitter, können aufgrund damit einhergehender Veränderungen des Luftdrucks, der Temperatur oder des Feinstaubaufkommens ebenfalls zu Atemproblemen führen.1 Eine weitere Herausforderung im Frühjahr sind Temperaturschwankungen, die die Atemwege reizen können.

Auch wenn Sie die Jahreszeiten nicht kontrollieren können, so können Sie sich doch schützen. So kann es bei der Tagesplanung hilfreich sein, die Luftqualität und die Pollenvorhersage auf Wetter-Apps und Websites wie airindex.eea.europa.eu, www.pollenstiftung.de oder www.umweltbundesamt.de zu verfolgen.21 Bei starkem Pollenflug, schlechter Luftqualität oder heissen Temperaturen ist es am besten, drinnen zu bleiben. Schliessen Sie die Fenster, schalten Sie den Ventilator und/oder die Klimaanlage ein, um sich abzukühlen, und verwenden Sie einen HEPA-Luftreiniger.2 Sollte es sich nicht vermeiden lassen, bei starkem Pollenflug nach draussen zu gehen, tragen Sie eine Gesichtsmaske. Wenn Sie von draussen zurück sind, sollten Sie unbedingt die Kleidung wechseln und duschen.2

COPD im Sommer: Hitze, Feuchtigkeit und Luftverschmutzung

Warme Tage und Sonnenschein verheissen eine unbeschwerte Sommerzeit, die allerdings leicht von COPD überschattet werden kann. Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit bewegen nicht nur dazu, möglichst viel Zeit am Strand oder im Freibad zu verbringen – sie führen auch zu einer erhöhten gefühlten Atemanstrengung. Daneben steigt das Risiko einer Dehydrierung, die den Schleimabtransport erschwert. Ausserdem bringt die Sommerhitze gerade in städtischen Gebieten erhöhte Ozonwerte und Smog mit sich – die Folge sind Entzündungen der Atemwege sowie Atembeschwerden.1 Ein weiterer möglicher Auslöser von Atembeschwerden sind Gräserpollen.1

Was können Sie also tun? Um diesen sommerlichen Herausforderungen zu begegnen, sollte man sich auf ein paar Punkte konzentrieren: Verfolgung der Luftqualität, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und vor allem Ruhe. Ein guter Anfang ist es, den lokalen Luftqualitätsindex (AQI) auf Wetter-Apps oder Websites wie airindex.eea.europa.eu (von der Europäischen Umweltagentur) zu überprüfen. Daneben gibt es für Deutschland, Österreich und die Schweiz auch jeweils eigene Websites mit Informationen zur Luftqualität, z. B. vom Umweltbundesamt, von GeoSphere Austria oder vom Schweizer Bundesamt für Umwelt. Daten können nach Standort bzw. Messstation abgefragt werden und werden meist farblich markiert auf einer Karte angezeigt. Der Umfang der bereitgestellten Daten variiert dabei je nach Anbieter. Auch für Länder ausserhalb Europas gibt es eigene Web-Angebote, etwa www.AirNow.gov für die USA, wo farbcodierte Luftqualitätswerte, Schadstoffe, Trends und Karten nach Postleitzahl, Stadt oder Bundesstaat abgerufen werden können.2 Für Daten zum Pollenflug existieren ebenfalls verschiedene Websites und Apps, beispielsweise vom Deutschen Wetterdienst, MeteoSchweiz oder der IGAV. In den USA stellt z. B. das National Allergy Bureau Pollenflugdaten zur Verfügung.2

Bei schlechter Luftqualität oder an heissen Tagen ist es am besten, drinnen zu bleiben und mit Ventilatoren oder einer Klimaanlage für Abkühlung zu sorgen.2 Auch die Verwendung eines HEPA-Luftreinigers ist hilfreich.2 Wenn Sie bei schlechter Luftqualität nach draussen gehen müssen, tragen Sie zum Schutz eine FFP-2-Maske. Wenn Sie an heissen Tagen nach draussen gehen müssen, beschränken Sie Ihre Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden und den späten Abend.2 Und schliesslich nicht zu vergessen sind eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit – durch Wasser, elektrolytreiche Flüssigkeiten und viel Wasser enthaltendes Obst und Gemüse – sowie häufiges Ausruhen, da beides ebenfalls einer gesunden Atmung zuträglich sein kann.2

COPD im Herbst: kühlere Luft, Infektionen und Allergien

Mit dem Herbst halten kühlere Temperaturen und die Grippesaison Einzug. Mit bedingt durch Ersteres wird auch mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbracht. Verstärkt relevant sind im Herbst aufgrund des feuchten Wetters und der Innenraumluft Allergene wie Ambrosia, Schimmelpilze und Staub.

Die mit der Jahreszeit verbundenen Herausforderungen können zu einem Aufflammen der COPD-Symptome führen. Feuchte, kühle Luft kann Husten auslösen, während das kalte Wetter Erkältungen, Grippe und Atemwegsinfektionen begünstigt, die die Atemnot verstärken. So werden laut Hicks et al. etwa 50–70 % der COPD-Exazerbationen durch bakterielle oder virale Infektionen ausgelöst, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen3.

Im Folgenden finden Sie einige Tipps für eine gesunde Atmung, mit denen Sie die Herausforderungen des Herbstes leichter bewältigen können. Zunächst sei noch einmal auf die weiter oben genannten Websites verwiesen (u. a. airindex.eea.europa.eu und www.pollenstifung.de), auf denen Sie sich über die Luftqualität und die Pollen- und Schimmelpilzbelastung informieren können.2 Machen Sie sich kundig zu Herbstallergenen und halten Sie sich mittags, wenn der Pollenflug am stärksten ist, bei geschlossenen Fenstern in einem Gebäude auf.4 Sollten Sie bei starkem Pollenflug nach draussen müssen, tragen Sie eine Gesichtsmaske und waschen Sie Ihre Haare, Ihren Körper und Ihre Kleidung, sobald Sie von draussen zurück sind.5 Sorgen Sie ausserdem dafür, dass Laub umgehend beseitigt wird, da die herabgefallenen Blätter Schimmelsporen bergen.5

Um sich in Innenräumen zu schützen, sollten Sie die Heizungsfilter instand halten, gegebenenfalls die Klimaanlage einschalten und die Verwendung eines Luftreinigers in Erwägung ziehen.5 Lassen Sie sich zudem gegen Grippe impfen und achten Sie auf Veränderungen bei den Symptomen im Zusammenhang mit dem Wetter, um diese Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu berichten.

COPD im Winter: kalte, trockene Luft und Raumluftqualität

Der Winter ist für Menschen mit COPD eine schwierige Jahreszeit. Sei es im Freien, wo sich die Atemwege durch die kalte Luft verengen können, oder drinnen, wo die Luft trocken ist, sich Keime tummeln und Kreuzinfektionen drohen – überall stellen sich erhebliche Herausforderungen. Da Viren im Allgemeinen bei niedrigeren Temperaturen gut gedeihen,6 ist der Winter Hochsaison für Krankheiten. Zu den häufigsten Atemwegserkrankungen im Winter gehören RSV, Influenza A und durch Mycoplasma pneumoniae hervorgerufene Erkrankungen wie Lungenentzündungen6 – sie alle sind eine potenzielle Gefahr für Menschen mit COPD.

Untersuchungen zeigen, dass die Häufigkeit von COPD-Exazerbationen im Winter zunimmt. Daten aus der TORCH-Studie ergaben, dass die Exazerbationen mit Ausnahme der Tropen im Winter zunahmen.6 Ebenso wurde im Rahmen einer Studie im Grossraum Barcelona festgestellt, dass mit sinkender wöchentlicher Durchschnittstemperatur die Anzahl durch COPD bedingter Krankenhausaufenthalte zunahm.7 Darüber hinaus ergab eine Studie zu Klimaregionen in Kanada und den Vereinigten Staaten, dass COPD-Exazerbationen am häufigsten im Winter auftraten.8 Neben kalter Luft und Krankheit kann auch Luftverschmutzung ein Auslöser sein. Den Ergebnissen einer Studie an einem polnischen Krankenhaus zufolge korrelierten erhöhte Exazerbationsraten im Winter mit höheren PM2,5- und PM10-Werten.9

Wenn es darum geht, die Gesundheit Ihrer Lunge im Winter zu schützen, können schon kleine Veränderungen viel bewirken. Waschen Sie sich häufig die Hände, vermeiden Sie den Umgang mit kranken Menschen und erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, ob eine Pneumokokken-Impfung für Sie in Frage kommt.4 Beschränken Sie ausserdem Aufenthalte im Freien auf ein Minimum. Für ein gesundes Atemklima in Innenräumen sollten Sie Staub weitestmöglich beseitigen und einen Luftbefeuchter sowie einen Luftreiniger verwenden.

Fazit

Jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich, aber auch ihre eigenen Chancen, etwas für die Lungengesundheit zu tun. Indem Sie vorausschauend planen und auf Ihren Körper hören, können Sie Ihre COPD besser in den Griff bekommen, egal bei welchem Wetter. Eine konsequente Behandlung, regelmässige Untersuchungen und gesunde tägliche Gewohnheiten zahlen sich das ganze Jahr über mit jedem Atemzug aus.

 


  1. Hess M. Managing lung disease in the heat of summer [Internet]. 2021 Aug 9 [cited 2025 Dec 31]. Available from: https://nddmed.com/blog/2021/managing-lung-disease-in-the-heat-of-summer/ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎

  2. LaRosa T. Top 5 tips for managing lung disease during the summer months [Internet]. Updated 2025 June 13 [cited 2025 Dec 31]. Available from: https://nddmed.com/blog/2024/5-tips-for-managing-lung-disease-in-the-summer/ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎

  3. Hicks A, Healy E, Sandeman N, Feelisch M, Wilkinson T. A time for everything and everything in its time - exploring the mechanisms underlying seasonality of COPD exacerbations. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. [Internet]. 2018 Sep 5 [cited 2025 Dec 31]; 13:2739-2749. Available from: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6130531/ doi: 10.2147/COPD.S146015. PMID: 30233164; PMCID: PMC6130531. ↩︎

  4. National Emphysema Foundation. How Seasons Affect COPD Sufferers [Internet]. Date unknown [cited 2025 Dec 31]. Available from: https://www.emphysemafoundation.org/index.php/news-and-events/events/83-copd-emphysema-articles/492-how-seasons-affect-copd-sufferers ↩︎ ↩︎

  5. COPD Foundation. Preparing for fall [Internet]. Date unknown. [cited 2026 Jan 7]. Available from: https://www.copdfoundation.org/COPD360social/Community/COPD-Digest/Article/1241/Preparing-for-Fall.aspx ↩︎ ↩︎ ↩︎

  6. Donaldson GC, Wedzicha JA. The causes and consequences of seasonal variation in COPD exacerbations. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. [Internet]. 2014 Oct 6 [cited 2025 Dec 31]; 9:1101-10. Available from: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4199860/ doi: 10.2147/COPD.S54475. PMID: 25336941; PMCID: PMC4199860. ↩︎ ↩︎ ↩︎

  7. Almagro P, Hernandez C, Martinez-Cambor P, Tresserras R, Escarrabill J. Seasonality, ambient temperatures and hospitalizations for acute exacerbation of COPD: a population-based study in a metropolitan area. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. [Internet] 2015 May 8 [cited 2026 Jan 5];10:899-908. Available from: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4431472/ doi: 10.2147/COPD.S75710. PMID: 26056439; PMCID: PMC4431472. ↩︎

  8. So JY, Zhao H, Voelker H, Reed RM, Sin D, Marchetti N, Criner GJ. Seasonal and Regional Variations in Chronic Obstructive Pulmonary Disease Exacerbation Rates in Adults without Cardiovascular Risk Factors. Ann Am Thorac Soc. [Internet] 2018 Nov [cited 2026 Jan 5];15(11):1296-1303. Available from: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30063372/ doi: 10.1513/AnnalsATS.201801-070OC. PMID: 30063372; PMCID: PMC6322011. ↩︎

  9. Romaszko-Wojtowicz A, Dragańska E, Doboszyńska A, Glińska-Lewczuk K. Impact of seasonal biometeorological conditions and particulate matter on asthma and COPD hospital admissions. Sci Rep. [Internet] 2025 Jan 2 [cited 2026 Jan 5];15(1):450. Available from: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11696462/ doi: 10.1038/s41598-024-84739-9. PMID: 39747992; PMCID: PMC11696462. ↩︎



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