2019 ATS/ERS Spirometrie-Release
17. Dezember 2020· 7 min read

Kein Ziel zu weit – Tragbare Spirometrie und Atemtests in entlegenen Gebieten ermöglichen 

Dr Trishul Siddarthan - Johns Hopkins University - Remote PFT, Mobile spirometry, home spirometry

Die Verbesserung der Lungengesundheit in Regionen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen durch robuste und benutzerfreundliche Easy on-PC- und EasyOne- Spirometriegeräte.

Tragbare Spirometrie bei der Diagnose von COPD in Gebieten mit niedrigen bis mittleren Einkommen 

Auch wenn bei mehr als 16 Millionen US-Amerikanern eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) diagnostiziert wurde, tritt die Mehrzahl (über 90 %) der nichtübertragbaren chronischen Atemwegserkrankungen in Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen auf, wo leider auch die überwiegende Mehrheit der Morbidität und Mortalität zu verzeichnen ist.

Dr. Trishul Siddharthan, Assistenzprofessor der der Abteilung für Pneumologie und Intensivmedizin an der Johns Hopkins Universität, ist ein Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dies zu ändern. So hat er sich in den letzten sieben Jahren dem Aufbau wichtiger Forschungs- und Klinikkapazitäten in Ländern wie Uganda und Peru gewidmet, um die Lungengesundheit zu verbessern. 

“...wenn wir diese Krankheiten nur in Ländern mit hohen Einkommen untersuchen, verstehen wir die verschiedenen Risikofaktoren und Profile der Krankheit nicht."

Dr. Trishul erklärt: «Das Hauptproblem ist: Wenn wir diese Krankheiten nur in Ländern mit hohen Einkommen untersuchen, verstehen wir die verschiedenen Risikofaktoren und Profile der Krankheit nicht.» Beispielsweise sind in den USA und in Europa die aktive und passive Tabakaufnahme sowie ein bestehender Alpha-1-Antitrypsin-Mangel bekannte Risikofaktoren für COPD. In Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen ist das Risikoprofil, das zu COPD führt, jedoch viel breiter, einschliesslich Geburtsfehlern, Frühgeburten und chronischen Atemwegsinfektionen im Kindesalter.»

Exposition gegenüber Biomassebrennstoffen und das damit verbundene erhöhte Risiko für COPD 

Eine konkrete Frage, der Trishul und sein Team nachgegangen sind, ist die Belastung durch Biomassebrennstoffe. 

Etwa 3 Milliarden Haushalte nutzen jeden Tag Biomasse (Dung, Holzkohle), um zu kochen und zu heizen. Dadurch entsteht eine enorme häusliche Luftverschmutzung, die manchmal sogar die tabakbedingte Risikogrenze für COPD-Erkrankungen überschreitet.

Mögliche Unterschiede bei COPD-Erkrankungen im gesamten unteren Einkommensbereich 

Die möglichen Faktoren zu kennen, denen COPD-Betroffene in entlegenen oder einkommensschwachen Regionen ausgesetzt sind, ist absolut entscheidend, um frühzeitige Warnsignale zu identifizieren und die Chancen für eine schnelle Diagnose zu verbessern.

“Ich denke, wir sind innerhalb der Forschungsgemeinschaft zu der Erkenntnis gekommen, dass diese Krankheiten in den unteren Einkommensschichten vielleicht anders sind."

Trishul unterstützt diese Idee und stellt fest: «Ich denke, wir sind innerhalb der Forschungsgemeinschaft zu der Erkenntnis gekommen, dass diese Krankheiten in den unteren Einkommensschichten vielleicht anders sind. Die Frage ist, ob sie sich auch in der Art und Weise unterscheiden, wie sie auf eine Behandlung ansprechen. Das ist von grundlegender Bedeutung, wenn man bedenkt, dass der Grossteil der Morbidität und Mortalität in diesen Bereichen auftritt. Vielleicht greifen die Behandlungen gar nicht, die wir in diesen Fällen vorschlagen, und wir müssen die gesamte Pathologie und Histopathologie der Krankheit neu überdenken.»

Und während Lungenärzte und Spirometrietests in einkommensstarken Regionen überall zur Verfügung stehen, muss ein Betroffener in Regionen mit mittleren und geringen Einkommen unter Umständen 20 Stunden für einen Test oder eine Behandlung fahren und mehr Geld ausgeben, als eine Familie in ihrem ganzen Leben verdient.

Die kritische Rolle der Spirometrie bei der Diagnose von COPD 

Die Spirometrie ist heutzutage für die Mehrheit der Patienten in Grossstädten und in dortigen Krankenhäusern problemlos verfügbar, aber es gibt eine grosse Anzahl von Menschen, die ohne medizinische Remote-Betreuung bzw. ohne tragbare Spirometrie nie getestet werden, nie diagnostiziert werden und möglicherweise unnötigerweise unter COPD-Symptomen leiden.

Trishul argumentiert: «Wir müssen uns wirklich bewusst machen, dass es ganze Regionen auf der Welt gibt, die keinen Zugang zu Diagnostik und Behandlung haben. Einer der Hauptgründe dafür, dass COPD unter diesen Umständen bisher nicht erforscht wurde, ist das Fehlen von Diagnostikgeräten, insbesondere von Spirometern. Ohne diese kann man COPD nicht diagnostizieren. Unser Schwerpunkt liegt daher darauf, herauszufinden, wie wir die Spirometrie vor Ort durchführen und patientennah verfügbar machen können. Wie identifiziert man Fälle an Orten, wo es keine Strassen gibt?  Wir haben uns in Gebieten bewegt, in denen noch nie eine Spirometrie durchgeführt wurde.»

In Uganda zum Beispiel gibt es wahrscheinlich nur drei oder vier Zentren, die für eine Bevölkerung von 30 Millionen Menschen einen einfachen Zugang zur Spirometrie bieten. 

Wenn es in einem Land mit 30 Millionen Einwohnern nur zwei Dutzend Spirometer gibt, werden Sie die nötige Grössenordnung nie erreichen

Während die Ausrüstung bisher nur in der Hauptstadt Kampala verfügbar war, wollen Trishul und sein Team sie nun auch in die medizinischen Zentren der tertiären Versorgungsstufe bringen.

«Neunzig Prozent der Bevölkerung in diesen Ländern leben in ländlichen Gebieten, daher gibt es bei der diagnostischen Ausstattung grosse Lücken – in der Tat enorm. Wenn es in einem Land mit 30 Millionen Einwohnern nur zwei Dutzend Spirometer gibt, werden Sie die nötige Grössenordnung nie erreichen.»

Die Vorteile tragbarer Spirometer in ländlichen und schwer zugänglichen Gebieten 

Die Verbesserung der Lungengesundheit in diesen Regionen ist keine leichte Aufgabe. Trishul wird regelmässig mit den Herausforderungen ländlicher Umgebungen ohne Strassen konfrontiert, wo er nur dabei hat, was er auf seinem Motorrad transportieren kann. Das bedeutet, dass die Ausrüstung, die er und sein Team verwenden, diesen schwierigen Bedingungen standhalten und gleichzeitig benutzerfreundlich sein muss.

«Das ist wirklich schwierig. Unsere Bedingungen sind einfach sehr, sehr harsch. Wir reden hier über tonnenweise Staub, Gebiete ohne Strom, hohe Luftfeuchtigkeit, starken Regen. Die Ausrüstung fällt oft herunter. Daher brauchten wir eine Technologie, die unter diesen Bedingungen zuverlässig verwendet werden kann, die nicht kalibriert werden muss und die leicht zu bedienen ist. Das ist der Grund, warum ich die Easy-On PC- und EasyOne® Air-Geräte von NDD verwende – man kann leicht auf sie zugreifen, sie sind benutzerfreundlich vor Ort zu verwenden und dabei sehr zuverlässig. Wir führen Kalibrierungsprüfungen durch, aber ehrlich gesagt ändert sich die Kalibrierung überhaupt nicht. Ich kann Tausende von Spirometrietests durchführen, die Geräte auf den Boden fallen lassen, sie auf dem Rücksitz eines Motorrads verstauen, ohne dass es Probleme gibt.»

Trishul Siddarthan - Spirometry and DLCO in Uganda - remote respiratory testing

Stabile, konsistente und benutzerfreundliche Lungenfunktionsprüfungen 

Trishul schätzt, dass er persönlich in den letzten 5 Jahren zwischen 12.000 und 13.000 Spirometriemessungen mit den Easy-on PC-Spirometern und den EasyOne Air-Geräten durchgeführt hat. Die EasyOne-Spirometriegeräte sowie sämtliche Lungenfunktionstestprodukte von NDD sind nicht nur extrem robust, sondern auch die zuverlässigsten und benutzerfreundlichsten Lungenfunktionstestgeräte auf dem Markt. Mit unübertroffener Präzision helfen sie Ärzten bei der Diagnostizierung und Behandlung von Lungenerkrankungen.

"Unser Team war in der Lage, rund 200.000 Menschen zu diagnostizieren..."

Wie Trishul feststellt: «Wir haben diese Geräte an Orten verwendet, wo sie noch nie zuvor im Einsatz waren und für die sie sicherlich nicht konzipiert wurden – und wir hatten keinerlei Probleme. Unser Team war in der Lage, rund 200.000 Menschen zu diagnostizieren, was extrem viel ist.»

DLCO mit dem EasyOne Pro® LAB in Uganda 

Als nächstes möchte Trishul Spirometrie- und Diffusionstests (DLCO-Tests) bei seinen Projekten mit den EasyOne Pro LAB-Geräten von NDD einsetzen. DLCO ist in einkommensstarken Ländern problemlos verfügbar und hat sich in Studien als aussagekräftiger Prädiktor für das Überleben von COPD-Patienten erwiesen. Der Test wird verwendet, um die Art der Atemwegserkrankung zu bestimmen, wenn eine Obstruktion oder Probleme mit dem Lungenvolumen vorhanden sind. Selbst in einkommensstarken Ländern werden mehr als 50 % der an COPD erkrankten Menschen nicht diagnostiziert; die Kombination von DLCO mit Spirometrie ist ein besonders wertvolles Werkzeug bei COPD-Erkrankungen.

«DLCO ist ein deutlich sensitiveres Messverfahren, wenn es um Lungenerkrankungen und deren Fortschreiten geht», erklärt Trishul. «Derzeit gibt es in ganz Uganda keine DLCO-Kapazitäten, was sowohl an der Verfügbarkeit von Gas als auch an der benötigten Technologie liegt. Ich habe gerade Gas aus Südafrika geliefert bekommen, daher beginnen wir jetzt damit, das an unseren Einsatzorten zum Laufen zu bringen. Ich denke, das wird ein grosser Erfolg.»

Infrastruktur für Spirometrie- und Lungenfunktionstests in einkommensschwachen Regionen 

Natürlich stellt die Bereitstellung von Spirometrie- und Lungenfunktionstests in einem solchen Umfeld ein immenses Unterfangen dar – nicht zuletzt, weil damit auch die Notwendigkeit einhergeht, die Infrastruktur für die Behandlung der Betroffenen einzurichten, einschliesslich Aufklärung, Verwaltung und Medikamente.

«Man muss viel Engagement mitbringen,» sagt Trishul. «Und es ist wichtig, dass die Zulieferer, mit denen ich zusammenarbeite, sich genauso dafür einsetzen, dass es insgesamt funktioniert, und sich nicht nur auf ihre Produkte konzentrieren. Ich habe eine sehr gute Beziehung zu NDD – sie unterstützen unsere Mission. Hätten sie mich nicht bei der Umsetzung unterstützt, und hätten die Produkte nicht funktioniert, wäre es ein Albtraum gewesen. Sie waren da, als wir morgens um 7 Uhr Hilfe beim Anschliessen des DLCO-Gases brauchten, weil es bei uns 15 Uhr war. Sie haben über Nacht kistenweise Spiretten zu mir nach Hause geschickt, damit alles klappt. Diese Beziehung hat mein Leben so viel einfacher gemacht und uns Tausende und Abertausende Dollar gespart, was ehrlich gesagt bei dieser Art von Arbeit sehr wichtig ist.»

«Und darum arbeite ich auch immer wieder mit NDD: Es ist einfach die Art von Beziehung, die ich mir wünsche. Sie engagieren sich wirklich für die wichtige Arbeit, die wir hier tun.»

Subscribe to our newsletter
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf
Anfragen