2019 ATS/ERS Spirometrie-Release

Asthma-COPD Overlap

Eine Frage der Gewissheit

Die Medizin liebt Gewissheiten. Wissen bietet uns die Möglichkeit, eine Diagnose zu stellen, einer Reihe von Symptomen eine absolute, diskrete Bezeichnung zu geben und einen Behandlungsplan zu entwickeln, um diese Symptome zu lindern. Indem wir uns in einer Diagnose sicher sind, können wir uns Ziele für die Forschung und Entwicklung setzen und den Fortschritt auf dem Weg dorthin begleiten. Kurz gesagt, eine gesicherte Diagnose ermöglicht es Medizinern, eine «richtige Antwort» auf die Fragen ihrer Patienten zu haben, was sehr beruhigend ist.

Der menschliche Körper ist schon seltsam – eine komplett analoge Maschine in einer zunehmend digitalen Welt. Und wenn etwas schief läuft, dann selten mur auf eine binär-digitale Art und Weise, also «an» oder «aus». Stattdessen gibt es eine Reihe von pathologischen Prozessen, die sich gegenseitig beeinflussen und miteinander interagieren. All diese Prozesse können sich manifestieren, sodass eine Diagnose plötzlich nicht nur richtig oder falsch ist, sondern ein bisschen von beidem. Und so ist es auch beim Overlap zwischen Asthma und COPD.

Ein klinisches Dilemma

Ironischerweise kommt beim Asthma-COPD-Overlap (ACO) ein Grossteil der Mehrdeutigkeiten ausgerechnet von der Suche nach Klarheit. Die Definitionen werden ständig neu überdacht und überarbeitet, was die Bestimmung schwierig macht, wie viele Menschen nun betroffen sind. Eine Meta-Analyse, die 27 populationsbasierte Studien umfasst, welche das Peer-Review erfolgreich durchlaufen haben, hat 2019 ergeben, dass etwa 2 % der Weltbevölkerung, also insgesamt 158 Millionen Menschen, betroffen sein könnten.* Die Studie sagt jedoch auch, dass es aufgrund der Vielfalt der in diesen Studien verwendeten diagnostischen Kriterien sehr schwierig ist, eine sichere Aussage zur Prävalenz zu treffen. Selbst eng miteinander in Verbindung stehende internationale Organisationen wie die Global Initiative for Asthma (GINA) und die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) sind sich in Bezug auf die Kriterien uneinig, wobei GINA für einen stufenweisen diagnostischen Ansatz plädiert, der berücksichtigt, ob Patienten Symptome einer der beiden (oder beider) Konditionen aufweisen,* während GOLD einen Overlap kaum erwähnt.* Da es keine weltweit anerkannte Bestimmung gibt, sind Mediziner bei der Evaluierung und Behandlung von Patienten, die Dyspnoe, Husten und Allergiesymptome aufweisen, oft auf sich allein gestellt, sodass einige Patienten möglicherweise jahrelang unterversorgt sind.

Selbst in den Fällen, wo eine angemessene Diagnose gestellt wird, besteht eine ähnliche Mehrdeutigkeit bei der Behandlung von Asthma-COPD-Overlap. Widersprüchliche Beschreibungen des Prozesses haben unsere Möglichkeiten zur Erforschung der Krankheit eingeschränkt und die Entwicklung von Labormodellen der darunter liegenden Mechanismen erschwert, mit denen wir die miteinander zusammenhängenden klinischen Symptome abbilden könnten.* Dadurch lässt sich nur schwer bestimmen, ob die Overlap-Population nun am effektivsten mit Asthmastrategien, COPD-Strategien oder einer Kombination aus beiden behandelt werden sollte. In Anbetracht der Überschneidungen zwischen diesen therapeutischen Welten stellt sich ausserdem die Frage, ob ACO nicht einfach eine Unterscheidung ohne praktischen Nutzen ist.

Dabei könnte der Unterschied wichtiger sein, als wir glauben. Utilization-Reviews weisen bereits darauf hin, dass Menschen mit ACO-Symptomen signifikant häufiger die Notaufnahme aufsuchen und ins Krankenhaus eingeliefert werden als die breite Öffentlichkeit oder Patienten, bei denen nur eine der beiden Erkrankungen diagnostiziert wurde.* Zudem haben andere Studien gezeigt, dass ACO-Patienten tendenziell schlechtere Indikatoren bezüglich ihres gesundheitlichen Zustands aufweisen, angefangen bei einem vermehrten Medikamentengebrauch über eine geringere gesundheitliche Lebensqualität bis hin zu einer höheren Symptombelastung.* Dabei liegt ganz klar auf der Hand, dass eine frühzeitige Identifizierung der ACO und die Entwicklung individueller Therapieansätze für die Verbesserung der Gesundheit der Betroffenen von entscheidender Bedeutung sind.

PFT-Lösungen von NDD

Hier kommen die PFT-Lösungen von NDD ins Spiel. Selbst bei Krankheiten, deren formale Definition nicht eindeutig ist (wie z. B. ACO), weisen Patienten wiedererkennbare und behandelbare Charakteristika auf, sodass Therapien ausgewählt werden können, die die Lebensqualität optimieren und das Risiko von Exazerbationen minimieren.

Benutzerfreundliche Lungenfunktionsgeräte

Mit der NDD EasyOne©-Produktlinie für Lungenfunktionsprüfungen haben Sie sofortigen Zugriff auf wichtige Tests wie die Spirometrie (unerlässlich für die Erkennung von Atemwegsobstruktionen und die Beurteilung, ob diese rückgängig gemacht werden können) und die Diffusionskapazität (sodass zwischen Asthma, COPD und anderen Atemwegserkrankungen sowie deren Schweregrad unterschieden werden kann), und zwar unabhängig davon, in welcher Umgebung Sie praktizieren.

Den Patienten im Fokus

Dank der hochmodernen TrueCheck™- und TrueFlow™-Technologien von NDD können Sie sich auf die Testergebnisse verlassen, auch ohne zeitaufwändige Kalibrierungen und mit nur minimalem jährlichen Wartungsaufwand. Mit EasyOne-Produkten müssen Sie sich nicht mehr um Ihre Geräte oder Daten Sorgen machen. Stattdessen können Sie und Ihre Mitarbeiter sich auf das konzentrieren, was Sie am besten können: Die Behandlung Ihrer Patienten.

Die Zukunft des Asthma-COPD-Overlap

In Zukunft wird es in der Welt des Asthma-COPD-Overlap mehr Klarheit geben. Je besser wir die Krankheit verstehen, desto mehr Möglichkeiten werden Medizinern zur Verfügung stehen, um die schwer greifbare «richtige Antwort» für ihre Patienten zu finden. Thorax-Aufnahmen, Studien zur Bronchoprovokation, Analysen des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids und andere spezialisierte Testverfahren werden Licht in die Hintergründe des Overlap bringen und es vielleicht sogar dauerhaft als ein eigenständiges Syndrom definieren. In dem Masse, wie die verschiedenen Pathophysiologien unter der Oberfläche der ACO klarer werden, lassen sich auch optimale Therapieschemata immer besser definieren, was wiederum Sicherheit bei der klinischen Entscheidungsfindung schafft. Bis dahin können Sie sich auf die Lösungen von NDD verlassen, um eine bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

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